Ist Zucker ein Nährstoffräuber?
Nein, das alte Märchen kann getrost begraben werden!
Viele Menschen sind der Meinung, dass das süße Nahrungsmittel dem Körper Vitamine und Mineralstoffe entziehe, speziell Vitamin B1 und Calcium. Er liefere uns nur Kohlenhydrate ohne Nährstoffe, also nur "leere Kalorien". Sie befürchten, dass es deshalb zu einem Mangel an essenziellen Nährstoffen kommt, übersehen dabei aber Folgendes: Außer der Muttermilch gibt es kein Lebensmittel, das alle Nährstoffe in bedarfsgerechten Mengen enthält.
Die Behauptung, Zucker sei ein Nährstoffräuber, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Vitamin B1 ist im Stoffwechsel (als Coenzym) am Zuckerabbau beteiligt. Es wirkt katalytisch, das heißt, es wird dabei nicht verbraucht. Auch die Annahme, Zucker sei ein Calciumräuber, ist ein altes Märchen, das getrost begraben werden kann. Zucker wird so gut wie nie pur verzehrt. Er liefert selbst zwar außer Kohlenhydraten keine Nährstoffe, tritt jedoch in Müsli oder Obstsalat, Joghurt, Backwaren oder im Dessert im Verbund mit anderen Lebensmitteln auf und sorgt so für die Aufnahme weiterer Nährstoffe. In manchen Fällen wird die Akzeptanz ernährungsphysiologisch gewünschter Lebensmittel durch Zucker gefördert. So ist der im Ernährungsbericht 2004 als erfreulich bezeichnete Anstieg des Verbrauchs an Joghurt zu einem großen Teil auf die "süßen" Produktlinien zurückzuführen. Zuckerhaltige Lebensmittel tragen somit auch zur Nährstoffversorgung bei. Der heute übliche Zuckerverzehr führt, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, nicht zu einer Verdrängung von Vitaminen oder Mineralstoffen in der Ernährung. Die Nationale Akademie der Wissenschaften der USA hält es erst ab einem Zuckeranteil von 25 % der Nahrungsenergie für möglich, dass es zu Nährstoffmängeln kommen kann.
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Ihre Südzucker-Susi