Nein, Zucker ist ein Naturprodukt!
Viele Menschen sind skeptisch gegenüber industriell hergestellten Lebensmitteln. Dabei ist es eigentlich logisch, dass die Gemüsesuppe aus der Tüte nicht direkt vom Feld kommen kann. Auch bei Fischstäbchen ist uns schnell klar: Die kommen so nicht aus dem Meer. Doch ist ein Lebensmittel gleich ein reines Industrieprodukt, nur weil es eine Fabrik "von innen" gesehen hat? Zucker, den wir im Supermarkt kaufen, wird von einer Zuckerfabrik geliefert. Das steht auf der Packung. Ist er also ein Fabrikprodukt in der Tüte? Nein!
Zucker ist ein Produkt der Natur. Obwohl man es vom Namen her glauben könnte, eine Zuckerfabrik stellt keinen Zucker her wie eine Autofabrik Autos oder eine chemische Fabrik ihre Produkte. In der Autofabrik werden aus verschiedenen Teilen und Materialien Fahrzeuge gebaut. In einer chemischen Fabrik werden aus verschiedenen Chemikalien und Rohstoffen neue Stoffe "künstlich" hergestellt.
Anders ist es in einer Zuckerfabrik. Dort wird der von der Natur in der Zuckerrübe gebildete und gespeicherte Zucker so belassen und in keiner Weise verändert. Zucker (Saccharose) entsteht als Produkt der Fotosynthese in allen Pflanzen. Pflanzen sind in der Lage, die Energie des Sonnenlichtes für die so genannte Fotosynthese zu nutzen und dann zu speichern. Aus Kohlendioxid und Wasser bauen sie Zucker auf. So wird die Sonnenenergie in "Zuckerenergie" als chemische Energie umgewandelt. In der Fabrik löst heißes Wasser Zucker aus den Rüben. Diese Zuckerlösung wird filtriert und durch Verdampfen von Wasser eingedickt.
So bilden sich auf natürlichem Wege Zuckerkristalle, die nach dem Trocknen verpackt und als Haushaltszucker verkauft werden. Es ist also nicht sachlich, von "Fabrikzucker" oder einem Industrieprodukt zu sprechen. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Zucker, der in der Rübe in die Fabrik kommt und dem in Tüten verpackten Zucker, der von der Fabrik in den Supermarkt gebracht wird.