Nein, die Behauptung, Zucker sei für Übergewicht verantwortlich, ist zwar populär, aber falsch!
Beim Essen und Trinken lassen sich viele Menschen oft von falschen Vorstellungen leiten. Sie wollen so rank und schlank wie die Models in den Modezeitschriften sein, obwohl die häufig ungesund, fast magersüchtig sind. Ein gesundes Gewicht ist sicher sinnvoll. Aber einseitige Diäten nicht. So gibt es zum Beispiel Leute, die rigoros alles Süße von ihrem Speiseplan streichen, nur um die Figur zu erhalten. Selbst ein Stück Zucker im Kaffee ist für sie tabu. Sie meinen wie viele, der Zucker mache dick. Außerdem wird der Kaloriengehalt von Zucker häufig überschätzt - bis zu 340 % - wie z. B. die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie zeigen.
Die Hauptursache für Übergewicht ist eine unausgewogene Energiebilanz. Wer regelmäßig weniger Kalorien verbraucht, als er zu sich nimmt, baut Fettdepots auf und sein Gewicht nimmt zu. Bewegungsmangel und dadurch bedingte zu hohe Energiezufuhr sind heute die Hauptursachen für Übergewicht. Einzelne Lebensmittel spielen dagegen keine Rolle. Es ist jedoch bekannt, dass bei der Verwertung der Energie unserer Nahrung die Kohlenhydrate - und Zucker ist ein Kohlenhydrat - zuerst genutzt werden, während Fette leichter und verlustfrei gespeichert werden. Selbst bei sehr hoher Zufuhr werden alle Kohlenhydrate - also auch Zucker - bevorzugt zur Energiegewinnung im Organismus genutzt oder in Form von Glykogen gespeichert und nicht in Körperfett umgewandelt. Erst bei sehr großen Kohlenhydratmengen kommt es beim Menschen zu einer gesteigerten Neubildung von Fett.
In einer großen Untersuchung aus Schottland* an über 11.000 Erwachsenen fand man übrigens eine negative Beziehung zwischen Körpergewicht und Zuckerverzehr. Je höher der Zuckerverzehr war, desto seltener kam Übergewicht vor.