Markklößchen

Zubereitung

Eine klare Suppe ohne Einlage wird von unseren am Verzehr beteiligten Organen wie Zunge, Zähne etc. als Heißgetränk verstanden. Aus dieser Fehleinstufung erklärt sich das schwer zu unterdrückende Bedürfnis, den Löffel nach wenigen Schlucken wegzulegen, die Suppentasse an beiden Henkeln zu packen und den Rest einfach leer zu trinken, wogegen von der Logik her eigentlich nichts spricht. Freilich überwiegt die Zahl der Anlässe, zu denen dies nicht gerne gesehen wird, selbst wenn man den kleinen Finger der linken Hand dabei dezent abspreizt.
Zähnen und Zunge zur Orientierung und dem Gaumen zur Freude wurde die Suppeneinlage erfunden. Zum Beispiel das Markklößchen. Richtig gute Markklößchen sind die Krönung jeder klaren Bouillon und ganz einfach herzustellen. Während viele Hausfrauen an ständig zerfallenden Probeklößchen verzweifeln, brauchen Sie sich nur genau an die Mengenangaben zu halten.
Angenommen Ihr Ei wiegt 60 Gramm. Dann brauchen Sie 60 Gramm Mark und 60 Gramm Paniermehl. Die 60 Gramm Mark erhalten Sie aus vier redlich geschnittenen Markknochen.
Drücken Sie das Mark heraus, schneiden Sie es mit einem angewärmten Messer in Scheiben und wiegen Sie genau 60 Gramm ab. Das Scheibenschneiden macht Sinn. Bleiben Scheiben übrig, kommen sie als weitere Suppeneinlage roh in die heiße Brühe. Manch einer schwört drauf.
Das Ei verrühren. Das Mark mit der Gabel verkneten. Etwas Ei einarbeiten, dann etwas Brösel, dann wieder etwas Ei und wieder etwas Brösel und immer so weiter, bis Ei und Brösel vollständig verarbeitet sind. (Halten Sie unbedingt diese Reihenfolge ein!)
Die Gewürze mahlen, mit der Petersilie und Geschmacks Zauber untermischen. Mit nassen Händen kleine Klößchen rollen und 15 Minuten ruhen lassen. Klößchen in die kochende Suppe geben und bei geringer Hitze 5-10 Minuten ziehen lassen. Fertig.